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Canon EF-S 17-85mm f:4-5,6 IS USM | Standartzoomobjektiv Review

Servus und herzlich Willkommen zu den Langzeitreview meines Canon 17-85mm f:4-5,6 USM Objektivs welches ich zum jetzigen Zeitpunkt seit gut einem halben Jahr nutze. Mir sind viele Sachen und Mängel aufgefallen über die ich hier berichten werde. Ich habe mir das Canon 17-85mm f:4-5,6 IS USM als als eine Art Erweiterung zu meinen 18-55mm Kitobjektiv für meine Canon 550d zugelegt. Es deckt die wichtigesten Standart Brennweiten wie 24, 35, 50 und 85mm ab. Ich vermisste an meinem Kitobjektiv immer eine Gegenlichtblende, einen etwas größeren Brennweitenbereich und eine Skalierung für den Fokus. Ich habe mich im Vorfeld natürlich über die Vor -und Nachteile von diesem Objektiv informiert und will hier aber unabhängig davon meine Meinung zu diesen Objektiv wiedergeben.

erster Eindruck des Canon 17-85mm

Ich habe mir es bei Ebay gebraucht für 159,00€ von einem Händler gekauft. Mit dabei waren neben dem Objektiv welches für meine bisherigen Objektive recht groß und schwer ist, eine Gegenlichtblende und die jeweiligen Abdeckkappen um die Linsen nicht zu zerkratzen. Es ist bei einer Brennweite von 17mm etwa 10cm Lang, 7cm breit und hat ein Gewicht von 230 Gramm. Das schaffte mir anfänglich einige Probleme, da ich für meine Steadycam bereits wegen des Rode Videomic Pro bereits viele Gegengewichte verbraucht hatte. Mit dem neuen Objektiv dran müsste ich alle möglichen Platten und Gewichtscheiben hernehmen damit meine Flycam ausgewogen ist.

erster Einsatz

Ich habe das Objektiv das erste mal richtig auf dem Big Bike Meet 2017 verwendet. Dabei habe ich sowohl Video als auch Fotos gemacht, siehe Galerie.

Meine Befürchtung schon vor dem Kauf dieses Objektivs, waren Chromatische Aberrationen auf Bildern und Videos. Das konnten aber weder ich noch mein Kumpel der sich die RAW Bilder vom Big Bike Meet angeschaut hat, nur bedingt bestätigen. Dennoch – schaut man bei dem ersten Bild ganz genau auf die Lederkombi des Bikers, fällt einem auf das zwischen den schwarzen und weißen Material wie eine zusätzliche Farbe auftaucht. Bei Bildern, wo der Fotograf mit dem Rücken zur Sonne stand, waren wenig Chromatische Aberrationen vorhanden. Es ist einfach häufiger bei Farbübergängen wie Schwarz zu Weiß damit zu rechnen, dass diese auftreten. Weiter unten beschäftige ich mich näher mit Schärfe und Aberrationen.

Was mir auch gut gefällt, ist das der Fokusring hinter dem Brennweitenring steht, wodurch man während des filmen besser den Fokus ausrichten kann, anders als bei meinem 18-55 Objektiv, wo auch gern mal meine Finger bei Aufnahmen vor die Linse kamen. Zu dem Fokusring gibt es auf der Oberseite des Objektivs eine Skalierung die anzeigt wo sich gerade der Fokus befindet, sehr praktisch aber ich verlasse mich doch lieber auf mein eigenes Auge. Was mir nur an der Skalierung ein bisschen fehlt, ist aber bei weitem kein Grund sich gegen dieses Objektiv zu entscheiden, dass auf der Skalierung nicht angezeigt wird, bei welchen Blenden wie groß der jeweilige Schärfebereich ist. Aber das nur so am Rande. Da am BBM es durchgehend Sonne gab, außer am Freitagabend als wir unsere Zelte aufbauten. Bedeutet man konnte mit kleinerem Iso und schnellerer Verschlusszeit arbeiten. Heißt ich hätte an Tag vielleicht sogar mal die Bildstabilisierung ausschalten können, da ab Verschlusszeiten von 1/1000 Sekunde so kurz belichtet wird, dass Bewegungen nicht zu vermerken sind.

das Manko eines Canon 17-85mm

So und nun kommen was sehr negatives zu dem Canon 17-85mm. Eine Sache hat da nämlich von Tag eins als ich es erhalten habe nicht funktioniert; die Blendenverstellung. Ich bin heute und war es damals auch ein Fotoneuling und war es gewöhnt immer offenblendig zu filmen und fotografieren. Doch nach Gesprächen mit anderen Fotografen habe ich den wertvollen Tipp bekommen für schärfere Bilder die Blende ein paar Stufen zu zu machen. Als ich es bei diesen Objektiv ausprobieren wollte bekam ich aber dafür auf dem Display eine Error 01 Meldung, dass das Objektiv nicht mit der Kamera oder besser gesagt Body nicht kommunizieren kann. Die Folge war ein aufgrund der Bauweise des Tubus der nach etlichen Jahren des Zoomens, ein Knick im Flexkabel das für die Blendensteuerung zu ständig war verursacht. Da der Body beim auslösen eines Bildes die eingestellten Befehle ans Objektiv über diese Flexkabel sendet und keine Antwort bekommt wird kein Foto gemacht sondern eine Fehlermeldung angezeigt. Auch im späteren Verlauf stellte ich fest, dass der Autofokus die Objekte nicht mehr richtig erfassen kann, da dieser vor und zurück springt. Ich googelte diese Probleme und fand heraus das dies kein Einzelfall ist, und das sich häufiger bei diesen Objektiven diese Fehler auftretten. Also schickte ich es zur Reparatur ein.

Die Reperatur wurde von der Firma exos rework aus Hamburg vorgenommen und kostete mich 99,90€. EIgentlich kostet die Behebung der eben genannten Fehler nur 69,00€ aber ich wollte noch zusätzlich die Tubusführung verbessern, da diese auch bei lockerheit für Unschärfe sorgt. Alles in allem kann ich die Firma loben, da seit dem Einschicken des Objektivs nur elf Tage vergangen sind. Exos Rework gibt eine Spanne bei der Verarbeitungszeit von drei bis 14 Tage an. Ich habe natürlich nach dem Erhalt des Objektivs alles nochmal überprüft, akso Blende, Autofokus und Staubpartikel auf der Innenseite des Objektivs. Alles war top.

Einzelheiten zum Canon 17-85mm

Schärfe

Ja was soll ich sagen ? Es ist natürlich kein L Objektiv, es ist sehr alt und die Linsen recht günstig. Da ich aber zu diesen Zeitpunkt nicht an der Bild sonder an der Videoqualität interessiert war, ignorierte ich die vorherigen Berichte zu der extremen Unschärfe des Canon 17-85mm F4-5,6 USM. Wie Jedes andere, oder besser gesagt viele andere mittelklassige Objektive, werden die Bilder erst richtig scharf, wenn man einige Stufen abblendet. Hier habt ihr mal ein Bild was ich mit 17mm Brennweite gemacht hab und im Av Modus der Canon, bei dem man die Blende selber wählen darf und die Kamera entscheidet selber welche Verschlusszeit die optimale Beleuchtung macht, Fotos von dieser Turnhalle bei unterschiedlichen Blenden gemacht habe. Die Bilder sind RAW, bedeutet maximale Auflösung und wurden in Photoshop ein wenig nach geschärft.

 

 

Man sieht deutlich, dass bei Blende 4 Kanten und Konturen eher schwammig aussehen als scharf, vergleicht man da hingegen es bei Blende 7,1 oder Blende 11 sieht man das die Bilder deutlich an schärfe gewinnt. Wenn man also mit einem Blitz arbeitet und man alles unter Blende 8 verwendet, bekommt man recht scharfe Bilder raus.

Ganz anders schaut es mit der Schärfe bei 17mm an den Rändern aus. Natürlich sind weitwinklige Objektive, vorallem wenn sie günstig sind sehr anfällig für chromatische Apparationen. Wie man aber an den Vergleichsfotos bemerkt, ist das die Menge an chromatischen Abbarationen bei den unterschiedlichen Blendenstufen gleich bleibt. Man sieht zwar das die Bilder ab Blende 7,1 deutlich schärfer sind als die als die Bilder davor.

Natürlich kann man hergehen und die Abbarationen mit Photoshop verschwinden lassen. Das klappt auch sehr gut, siehe an den folgenden Bilder welche bei Blende 8 gemacht worden sind. Um dies zu erreichen muss man bei Raw Bilder in dem Camera Raw Einstellungsfenster in den Objektivkorrektur Punkt gehen und dort ein Häckchen bei „Cromatische Abbarationen entfernen“.

 

Besser sieht es mit der Schärfe bei 85mm aus. Hier sind kaum Abberationen vorhanden, was aber keine Wunder ist, da die Blende ohnehin bei 85mm nur F:5,6 beträgt und es eine Brennweite ist die dem normalen Auge entspricht also nicht weitwinklig ist. Hier wurden die Bilder auch minimal im Camera Raw Tool nachgeschärft. Aber auch noch dieser Korrektur sind die Bilder sowohl in der Mitte als auch am Rand sehr scharf und man findet kaum Unterschiede in Schärfe oder Aberrationen.

Image Stabilisation

Ja die Bildstabilisierung ist bei den Standartbrennweiten meiner Meinung nach nicht so wichtig wie beispielsweise bei einem Teleobjektiv, dennoch schauen wir uns den Stabilisator des Canon 17-85mm mal genauer an. Hierfür vergleicht man doch am besten die Wirkung bei dem Video darunter. Dabei habe ich abwechselnd bei 35 und 85mm, mit und ohne Stabilisator, aus der Hand und mit einer Steadycam gefilmt und auch gezeigt was die Verkrümmungsstabilisierung in Premiere Pro auch noch rausholen kann. Als Testaufnahme nehme ich einfach die Bremshebel von meinem Canyon Torque Freerider welcher in meinen Zimmer stand und von einer Softbox beleuchtet wurde.

 

Was einem sicher auffällt, ist wie bei eingeschalteten Bildstabilisator, Details wie etwa das „Trail 9“ machmal unscharf werden und bei starken Bewegungen nach links und oben springen. Die ist natürlich damit bedingt, dass der Stabilisator bei größeren Bewegungen mehr arbeiten muss und sich dadurch die Linsen im Objektiv bewegen was zu dieser kurzzeitigen Unschärfe führt.  was ich aber Wirklich gut an diesen Stabilisator gut finde, er stabilisiert nur die Bewegung und nicht das ganze Motiv. Anders als der Stabilisator an einem 24-105 von Canon, da würde ich den Bildstabi als sehr hartnäckig beurteilen, da er versucht einfach ein Bild auf einem Tripod zu machen. Kann natürlich auch ein Vorteil sein wenn man dementsprechendes Material filmt. Aber gerade für Produktfilme finde ich es wichtig das ein Stabilisator sich an die Bewegung die der Filmer tätigt anpasst und da mit geht. Schön wäre auch noch wenn er dabei nicht zu stark für Unschärfe sorgt, aber so wie es bei diesem Objektiv ist finde ich es noch passend. Notfalls, wenn das zuviel an Objektivkorrektur ist, kann den Stabi ausschalten und sich stattdessen auf die VFX in Premiere Pro verlassen, was meiner Meinung nach eine gute Option ist.

Fazit zum Canon 17-85mm

Die Frage ob ich dieses Objektiv jemanden weiter empfehlen würde lässt eigentlich sehr leicht beantworten: zum Filmen Ja zum Fotografieren Nein wenn man aber beides macht dann eher ja. Der Punkt ist eben der, dass bereits das Kitobjektiv viele Dinge besser macht, Schärfe, Fokusierung usw. als das 17-85. Ich werde versuchen mir ein anderes Standartbrennweiten Objektiv zu suchen welches auch deutlich schärfere Bilder macht als das 17-85. Ich habe da in aussieht entweder das Tamron 24-70 f:2,8 oder einfach das 24-105 f:4 von Canon. Ich hoffe ich konnte euch bei der Entscheidung etwas weiter helfen und hoffe der Artikel hat euch gefallen. schaut euch mal die Galerie drunter durch, Peace ✌️

 

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